Vorlesen im Leseclub

Vorlesen und Spielen mit Abstand

Leseförderung geht auch mit Abstand  aber wie? Für alle, die ehrenamtlich vorlesen und Kindergruppen betreuen, haben wir hier zahlreiche Tipps gesammelt. Denn gerade jetzt ist es wichtig, dass Vorlese- und Spielestunden weitergeführt und der Kontakt zu den Kindern gehalten wird. Nur Mut, probiert es mal aus!

Stumme Post mit Abstand

Abstands-Halligalli ©Kyle Glenn / Unsplash

Wie kann man beliebte Klassiker auf Abstand spielen? Ganz einfach: Jedes Kind erhält zu Anfang einen Zettel mit mehreren groß geschriebenen Stichwörtern, die in der Geschichte auftauchen. Sobald ein Satz mit dem eigenen Stichwort vorgelesen wird, dreht das Kind sein Blatt zu den anderen um und der Spieler/die Spielerin, der/die das korrekte Stichwort darauf zuerst laut vorliest, bekommt einen Punkt.

Dieses Spiel kann mit jeder beliebigen Geschichte kombiniert werden. Ideen gibt es hier.

Ganz winzig klein

"Ganz winzig klein" ©Anastasiya Pavlova / Unsplash

Wie ist es. winzig klein zu sein? Lassen Sie die Kinder die Welt aus einer neuen Perspektive entdecken. Auf dem Boden liegend können verschiedene Objekte betrachtet und erkundet werden. Es lässt sich auch darüber nachdenken, welche Gegenstände, wenn man ganz winzig klein ist, auf einmal nützlich sein könnten.

Passende Medien sind zm Beispiel alle Geschichten mit ganz kleinen oder ganz großen Hauptfiguren, zum Beispiel "Komm mit raus, Entdeckermaus!"

Diese Idee stammt aus der Herbstausgabe 2020 der Leseclubs.

Buchstaben-Pantomime

Buchstaben-Pantomime ©Yannic Läderach / Unsplash

Alle stehen in einem Kreis während eines der Kinder mit seinem Körper einen Buchstaben formt. Die anderen Kinder versuchen, den Buchstaben zu erraten. Wer als erstes die richtige Antwort hat, nennt ein Wort, das mit dem Buchstaben anfängt und ist als nächstes mit der Pantomime an der Reihe.

Zu diesem Aktionstipp passen viele Geschichten oder auch Sachbücher; zum Beispiel, wenn es um Buchstaben geht wie in "Tiere ABC".

Diese Idee stammt aus der Broschüre "Spielideen für Gruppen in Zeiten der Corona-Pandemie" aus dem Programm "Lesen bringt uns weiter".

Wörterbingo

Wörterbingo ©Christian Oehlenberg / Pixabay

Der/die Betreuer/-in oder eines der Kinder liest eine Geschichte laut. Vor jedem Kind liegt ein anderes Bingo-Feld mit Wörtern, die in der Geschichte vorkommen. Sobald eines der Wörter vorgelesen wird, darf das Kind dieses auf seinem Feld durchstreichen. Wer eine Reihe durchgestrichener Wörter hat ruft laut „Bingo!“.

Diese Idee stammt von der Akademie für Leseförderung Niedersachsen aus der Broschüre "Übungen zum Sichtwortschatz".

Hier stimmt etwas nicht

Hier stimmt etwas nicht! ©Vanessa Bucceri / Unsplash

Es werden zum Buch passende Gegenstände (z. B. Spielzeugautos, Spielzeugtiere, Spielzeugfiguren, Steine) ausgewählt und in einer Reihe hintereinander aufgestellt. Die Kinder sitzen in einem Kreis und versuchen sich die Gegenstände in der richtigen Reihenfolge einzuprägen. Dann dreht sich ein Kind um, sodass es nicht sehen kann, wie ein anderes Kind aus der Gruppe die Reihenfolge an einer Stelle verändert. Nun darf das erste Kind wieder hinschauen und sagen, wo seiner Meinung nach etwas vertauscht wurde. Nacheinander ist jedes Kind einmal an der Reihe, etwas zu vertauschen bzw. den Fehler zu entdecken. Je mehr Gegenstände aufgereiht werden, umso anspruchsvoller wird das Spiel.

Passende Medien finden Sie in unserer Mediendatenbank.

Diese Idee stammt aus der Praxismappe 2019 des Programms "Lesen bringt uns weiter".

Digitale Vorlesezeit

Digitale Vorlesezeit ©Christina Wocintechchat / Unsplash

Wenn Vorlesepat/-innen nicht in die Einrichtungen kommen können oder möchten, muss das Lesen ausfallen? Zum Glück nicht! Denn dank verschiedener Plattformen sind Videoanrufe gar kein Problem! Alles was ihr braucht, sind ein Laptop/Tablet und ein Beamer im Gruppen- oder Klassenraum. So kann sich der/die Vorleser/-in von seinem Endgerät zu Hause virtuell und für alle sichtbar in den Raum schalten und zur digitalen Vorlese-Zeit einladen. Videotelefonie-Formate eignen sich nicht nur für Austausch, sondern evtl. auch für kleine gemeinschaftliche Aufgaben wie z. B. Rätsel. Es ist eine schöne Idee, mithilfe der Technik als Vorleser/-in aktiv zu werden.

Vorgemacht hat es zum Beispiel der MENTOR - Die Leselernhelfer Lübeck" e. V.

Hinweise zum Urheberrecht bei digitalen Vorlese-Aktionen gibt es hier.

Emoji-Märchen

Emoji-Märchen ©Denis Cherkashin

Einhorn, Krone und Frosch – seid erfinderisch und stellt ein Märchen eurer Wahl mit Emojis dar. Diese kleine Emoji-Abfolge könnt ihr der Kindergruppe bzw. der Einrichtung, in der ihr vorlest, per Messenger, Videochat, Mail oder auch ausgedruckt per Post zuschicken. Die Kinder dürfen nun rätseln, was gemeint ist. Im Anschluss wird das Märchen per Video live vorgelesen. An den richtigen Stellen könnt ihr passende Emojis oder GIFs im Chat einblenden. Das wird bestimmt für den ein oder anderen Lacher sorgen!

Falls eine direkte Live-Lesung über Skype, Zoom oder Ähnliches nicht klappt, könnt ihr das Märchen auch vorab mit euren Smartphone als Video oder Hörbuch aufnehmen.

Digitales Lesetheater

Digitales Lesetheater ©Thomas Park / Unsplash

Eine Möglichkeit, sein Publikum bei einer digitalen Vorleseaktion miteinzubeziehen, ist es, den Zuhörer/-innen kleine Rollen in der vorgelesenen Geschichte zu geben. An den Stellen mit wörtlicher Rede kann diese Textpassage einfach durch Screensharing ins Bild eingeblendet werden, sodass jemand aus dem Publikum in die Rolle schlüpfen und ihr seine Stimme leihen kann. Am besten sind dafür Texte mit lustigen Zwischenrufen oder frechen Sprüchen geeignet, die den Nachwuchsschauspielern Spaß machen.

Eine Geschichte für größere Kinder, die über mehrere Treffen vorgelesen werden kann, ist zum Beispiel „Der Tag, an dem mir ein kleines schwarzes Loch zulief

Digitale Bilder-Geschichten

(für erfahrene Erzählerinnen und Erzähler)

Digitale Bilder-Geschichten ©Erika Fletcher / Unsplash

Die Kinder malen mithilfe der Kita- oder Lehrkraft im Vorfeld Bilder zu einem ausgesuchten Thema, z.B. Bauernhof, erster Schultag oder Schlittenfahren. Die Bilder sollten groß und deutlich mit kräftigen Farben gemalt werden. Diese werden dem/der Vorleser/-in anschließend per Post zugeschickt. Dann wird ein Termin für einen gemeinsamen Videoanruf vereinbart, bei dem der/die Vorleser/-in die Bilder nach einander in die Kamera hält und dazu eine lustige Geschichte erzählt. Die Kinder werden sich sicherlich gut amüsieren, wenn sie ihre eigenen Zeichnungen sehen und dazu eine Fantasiegeschichte hören.

Multimedialer Märchenfilm

Multimedialer Märchenfilm ©Soundtrap / Unsplash

Filme lassen sich relativ leicht erstellen, indem jedes Kind einen Abschnitt aus einem vorher festgelegten Märchen zugeteilt bekommt und mit deutlichen Farben ein Bild zu der jeweiligen Szene malt. Je nach Ausstattung zu Hause oder in der Einrichtung können die Kinder mit einem Tablet oder Smartphone den passenden Text zu ihrer Szene über die Sprachmemo-Funktion einsprechen. Aus den abfotografierten Bildern und den Audiodateien wird der Märchenfilm zusammengeschnitten.

Diese Idee stammt aus der Herbstausgabe 2020 der Leseclubs.

Bobby-Car-Autokino mit Lesung

Bobby Car Autokino - mit Lesung ©Stiftung Lesen

Einmal zurücklehnen bitte! Im Bobbicar-Autokino gibt es zwar keinen Film, aber dafür eine spannende Live-Lesung. So geht’s:

  • Vereinbart mit einer Kita oder Bibliothek einen Zeitpunkt für eure Lesung
  • Geht sicher, dass es eine Leinwand, Beamer und stabiles WLAN gibt
  • Wählt ein Videokonferenz-Tool, wie Skype, Zoom, o.Ä.
  • Die Kinder nehmen mit ausreichend Abstand zueinander auf ihren Bobby-Cars Platz, natürlich geht das auch mit Kissen oder Kartons
  • Nun kann es losgehen mit der Live-Lesung
  • Alternativ geht auch ein vorher aufgenommenes Video

Passende Medien finden Sie in unserer Mediendatenbank. Wie wäre es zum Beispiel mit einem echten Kino-Kassenschlager wie Disneys Eiskönigin?

Reime raten

Reime raten ©Susan Holt Simpson / Unsplash

Kinder lieben Reimgeschichten – und viele Vorleser/-innen auch! Diese Vorliebe lässt sich wunderbar zu einem kleinen Suchspiel nutzen, das auch digital funktioniert. Dazu brauchen Sie im Vorfeld eine Sammlung von Gegenständen, die sich reimen. Also zum Beispiel eine Schnur und eine Uhr, eine Schraube und eine Traube, usw. Stimmen Sie sich am besten mit der Einrichtung ab – sicher gibt es in der Kita einige Legofiguren, die sich hier gut einsetzen lassen. Dann wird den Kindern per Videoanruf eine Geschichte mit Reimen vorgelesen; aber der letzte Reim wird weggelassen. Die Kinder müssen nun genau diesen Reim erraten – als Hinweis kann die entsprechende Buchseite in die Kamera gehalten werden, damit die Kinder sich diese genau anschauen können. So werden die fehlenden Reime leicht und mit großer Freude gefunden. Danach werden die vorbereiteten Gegenstände ausgebreitet und jedes Kind sucht nach zwei Gegenständen, die sich reimen. Wenn alle erfolgreich waren, können sie ihre Reimpaare noch einmal nacheinander in die Kamera vorstellen.

Gereimte Bücher gibt es viele – zum Beispiel „Ein Warzenschwein will mutig sein

Diese Idee stammt vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter - Cliffhanger ©Estee Janssens / Unsplash

Cliffhanger sind zwar ein bisschen fies, aber spornen auch die Fantasie an. Deshalb stoppen Sie bei ihrer (digitalen) Vorlesezeit doch einfach mal an einer sehr spannenden Stelle und lassen die Kinder ihre eigenen Ideen zum Ablauf aufschreiben oder –malen. Wo könnte sich die nächste Szene abspielen? Welche Figuren bzw. Wesen spielen dabei eine Rolle? Was ist passiert bzw. was wird gleich passieren? Die Mini-Geschichten werden dann reihum vorgelesen. Welcher Entwurf am nächsten an die tatsächliche Handlung herankommt, wird natürlich nicht verraten, sondern ... nachgelesen!

Spannung gibt es zum Beispiel bei „Das geheimnisvolle Drachenei

Diese Idee stammt aus der Herbstausgabe 2020 der Leseclubs.

Street Booking

Street Booking ©Unsplash

Warum nicht Geschichten auch mal mit nach draußen nehmen? Nach einer kleinen Vorlese- oder Erzähleinheit bekommen die Kinder Straßenmalkreide und können dann auf dem Schulhof oder dem Bürgersteig (mit genug Abstand zu eventuell fahrenden Autos!) die gehörte Geschichte malen - und diese dabei natürlich auch weiter- oder umdichten!

Passende Medientipps finden Sie in unserer Mediedatenbank.

Diese Idee stammt aus dem Leseclub Salzgitter.

Es war einmal... Geheimnisvolle Schauplätze

Es war einmal... ©Unsplash

Gibt es in der Nähe eurer Einrichtung eine besondere Felsformation, eine alte Hütte oder einen geheimnisvollen Bach? Diese Orte könnt ihr mit den Kindern besuchen und dabei passende Märchen erzählen. Und wenn ihr nicht so weit wandern möchten: Mit ein wenig Fantasie wird selbst das eigene Gartenhäuschen zum Hexenhaus von Hänsel und Gretel!

Kreative Buchstabenreise

Kreative Buchstabenreise ©Unsplash

Buchstabensuche mal anders: Wo lassen sich in Garten, Park oder auf dem Schulhof überall Buchstaben entdecken? Diese müsse auch gar nicht in ihrer bekannten Schriftform daher kommen, sondern können sich aus Holzmaserungen, Türgriffen und allen möglichen Formen, die gefunden werden, zusammensetzen. Dann davon einfach ein Foto machen, dieses ausdrucken und die Kinder dann den Buchstaben auf dem Ausdruck nachmalen lassen. Anschließend können dann passende Geschichten dazu erzählt und gemalt werden.

Diese Idee stammt von der Stadtbibliothek Potsdam und wurde dort unter dem Namen "Wie kommt das W in den Baum?" durchgeführt.

Wer kann...?

Wer kann...? ©Unsplash

Alle Kinder stehen mit genügend Abstand im Kreis, während sie mit verschiedenen Fragen zum Bewegen aktiviert werden:

  • Wer kann am höchsten springen?
  • Wer kann 10 Sekunden auf einem Bein stehen?
  • Wer kann sich auf einem Bein um sich selbst drehen?
  • Wer bringt bei geschlossenen Augen die Spitzen der Zeigefinger zusammen?
  • Wer kommt mit den Fingerspitzen bis an den Knöchel oder sogar auf den Boden?

Natürlich können auch eigene Idee eingebracht werden - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Kombiniert werden kann dieses Spiel auch sehr gut mit Geschichten, aus denen Bewegungselemente adaptiert werden können, wie z. B. "Jim ist mies drauf".

Diese Idee stammt aus der Broschüre "Spielideen für Gruppen in Zeiten der Corona-Pandemie" aus dem Programm "Lesen bringt uns weiter".

Vorlese-Spaziergang

Vorlese-Spaziergang ©Unsplash

Vor dem Losgehen werden verschiedene, zur Geschichte passende Gegenstände oder Papierfiguren auf der Route versteckt und können dann während des Erzählens entdeckt und eingesammelt werden. Diese Grundidee ist einfach vorzubereiten und kann je nach Alter und Anspruch der Gruppe auch zu einer spannenden Schnitzeljagd mit Quizfragen erweitert werden!

Dazu passen viele Geschichten. Ideen gibt es in unserer Mediendatenbank.

Entfernung schätzen

Entfernung schätzen ©Unsplash

Was denken die Kinder: Wie viele Schritte braucht man für zwei Meter, wie viele Fußlängen passen in den Abstand zwischen Tür und Fenster und wie oft muss man hüpfen, um einen bestimmten Stein, Baum oder Busch im Außenbereich zu erreichen?

Mit diesem kleinen Bewegungsspiel, das sowohl drinnen als auch draußen gespielt werden kann, haben die Kinder nicht nur viel Spaß, sondern können auch gleich für im Alltag wichtige Entfernungen wie den 1,5-Meter-Mindestabstand sensibilisiert werden.

Dazu passen z. B. Geschichten, die Reisen oder Spazierengehen beinhalten, wie etwa "Ich will Erster sein! "

Diese Idee stammt aus der Broschüre "Spielideen für Gruppen in Zeiten der Corona-Pandemie" aus dem Programm"Lesen bringt uns weiter".